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Harald Lemke
Ethik des Essens
Eine Einführung in die Gastrosophie
Inhalt
Entrée........................................... 11
I. Hauptgang: Genealogie der Diätmoral
1. Das wilde Tier in uns oder Die klassische Diätmoral
Vorbemerkung .................................. 19
Platons Verkennung der Kochkunst........................, 20
Völlerei und Überfülle: ein falsch erfülltes Wohlleben............. . . 24
Das große Fressen ................................ 24
Gesundheitliche Schäden durch Fehlernährung und schlechtes Essen..... 27
Extrabeilage: Schlechte Heilkunst........................ 29
Geburt des Krieges aus unersättlichem Welthunger............... 30
Aristotelische Tugendlehre der kulinarischen Mäßigkeit.............. 32
Aristoteles' Antivegetarismus.......................... 34
Extrabeilage: Pythagoreische Ernährungslehre................. 36
Theorie der Essstörungen ............................ 38
Das platonische Diätprogramm einer spartanischen Küche............ 41
Politische Regelungen des Symposienwesens und die Beispielhaftigkeit des Symposions.................................. 45
Rationalistische Anthropologie als Ursprung der Fast-Food-Mentalität...... 47
Das wilde Tier in uns............................. 48
Nachgeschmack der klassischen philosophischen Diätetik........... 52
Organloses Denken und leibloser Geist..................... 54
2. Das harte Brot stoischer Tugenden oder Senecas Attacke gegen die feine Küche
Volle Kochvorlesungen und leere Philosophenseminare.............. 57
Extrabeilage: Apicius - der römische Stargastronom.............. 59
Die Geburt der ,feinen Küche' und ,guten Kochkunst' ............ 60
Eine Soße für alles................................ 63
Lukullische Verhältnisse und ihre Folgeerscheinungen............... 66
Extrabeilage: Galens Diätetik .......................... 71
Pflicht und Tugend der Unersättlichkeit als Syndrom der gesellschaftlichen Bulimie.......................... 73
Anorektische Mentalität der stoischen Selbstentsagung.............. 75
Plutarchs Tischgespräch........................... 79
3. Zur Heiligkeit des abendlichen Mahls oder Jesus essen
Vorbemerkung ..................................84
Das letzte Mahl des Herrn............................86
Gastrotheologische Symbolik............................8S
Speisewunder...................................89
Extrabeilage: Das Therapeutenmahl.......................92
Brotrhetorik oder Jesus das Brot.........................94
Christologische Mystifizierung .........................97
Extrabeilage: Anstiftung zum Kannibalismus..................98
Der Sinn der Tischrede............................. 100
Mahlethische Kontextualisierung des letzten Mahls............... 105
Tempelreinigung und Substitution des Tieropfers............... 107
Hellenistisch-römische Tischgemeinschaften................. 109
Die folgenreiche Gabe geteilten Essens.................... 111
Sättigende Speisen und Erinnerungen an den paradiesischen Genuss .... 113
Extrabeilage: Der göttliche Genuss verbotener Früchte ........... 114
Neue Tischsitten, vegetarische Speisegebote, Wohlfeiles vom Fleischmarkt................................ 117
Jesus der Epikureer............................... 120
Von der Charis zur Eucharistie, von der Küche zur Kirche.......... 122
Die Korinther Mahlgemeinschaft und die paulinische Auflösung der Tafelrunde ................................... 124
Auflösung der Mahlgemeinschaft durch die Eucharistie........... 126
Historische Entwicklung............................ 129
4. Zum Geständniszwang süßer Sünden oder Die augustinische Doppelmoral einer unreinen Genussgier
Unerwartete Einladung zu Fleisch-und Weingenuss............. 132
Großes Laster und höchstes Übel......................... 136
Fasten und heilige Anorexie.......................... 139
Magere Zeiten und klösterliches Schlaraffenland................. 142
Bernhard von Clairvaux als Gastronomiekritiker............... 144
Extrabeilage: Zum Schlaraffenland...................... 147
Küchenlatein und Carmina Burana ...................... 148
Süße Sünden - Erbsünden............................. 150
Das geständige Reden über das ständige Essen................ 152
Essen schlecht reden.............................. 155
Resümee..................................... 158
5. Kritik der rein diätmoralischen Vernunft oder Die Antinomie der Kantischen Ernährungsphilosophie
Vorbemerkung ................................. 160
Kantianische Moralität als Diätmentalität..................... 162
Metaphysische Grundlegung der reinen, vom Essen befreiten Vernunft . . . 162
Diät-Pflichtlehre................................ 165
Theoretische Grenzen einer rein diätmoralischen Vernunft.......... 169
Kants Diätetik ................................... 171
Philosophische Begründung der diätetisch richtigen Ernährung....... 174
Hufelands Makrobiotik............................. 177
Phantastische Tugendhaftigkeit und Mikrologie der Fischspeise ...... 178
Medizinisch-diätetische Kritik der raffinierten Kochkunst.......... 182
Streit um die Suppe................................. 185
Diätetische Unvernunft der Kantischen Küche................ 189
Kritik der diätetischen Vernunft........................ 194
Extrabeilage: Die moralische Pflicht, sich vernünftig zu berauschen .... 196
Die Küche als Entstehungsherd der Geschmacksästhetik............ 204
Abbruch des Geschmacks der Zunge, des Gaumens und des Schlundes . . . 205
Kants Versäumnis................................ 207
Ästhetischer Begriff des kulinarischen Geschmacks............. 209
Antinomie des Geschmacks.......................... 212
Der unbekannte Gastrosoph Kant......................... 216
Humanität der vollen Tafel als Tugend eines guten Lebens ......... 218
Gesetze der verfeinerten Menschheit: Regeln eines geschmackvollen Gastmahls"................................... 221
Allgemeine Bedingungen der Möglichkeit einer gesitteten Glückseligkeit . 225
Zu Tisch bei Kant................................ 228
Resümee: Kants ernährungsphilosophische Antinomie als Muster einer gestörten Esskultur............................ 231
II. Hauptgang: Gastrosophische Vordenker
1. Der Entstehungsherd des gastrosophischen Denkens oder Die Meisten leben um zu essen, ich hingegen esse um zu leben." (Sokrates)
Vorbemerkung ............................... 237
Sokratisch-kulinarisch............................... 239
Der Quirl oder Die Frage nach der Küchentechnik.............. 239
Sokrates der Begründer der ,neuen Küche'.................. 241
Götter in der Küche und die Weisheit des Kochs............... 244
Gastrosophischen Vernünftigkeit einer diätmoralischen Unvernunft..... 248
Gendertrouble im Hause Sokrates' und Xanthippes ............. 252
Einkaufen in der Marktstraße........................... 256
Herkunft der Esswaren............................. 258
Ethische Ökonomie und Konsumpolitik.................... 261
Muss Gutes teuer sein?............................. 265
Bäuerliche Landwirtschaft: Ansätze zu einer gastrosophischen Umweltethik . . 267
Stadtkritik und Landidylle........................... 268
Die Kunst des Weinanbaus........................... 271
Extrabeilage: Zur Würdigung der bäuerlichen Existenz........... 272
Kritik der vorsokratischen Naturphilosophie als Ursprung der sokratischen Kultur- oder Humanwissenschaft....................... 274
Notwendigkeit einer sokratischen Naturwissenschaft............. 276
Gaia-gerechte Naturpraxis........................... 278
Sokratisches Gastmahl als Telos einer gastrosophischen Esskultur....... 281
2. Die Ursprünge der Naturheilkost oder Lasst eure Nahrungsmittel Heilmittel sein" (Hippokrates)
Vorbemerkung ................................. 289
Naturgeschichte der Küche als trophologische Anthropogenese......... 291
Extrabeilage: Darwinistische Gastroanthropologie.............. 294
Vom Rohen zum Gekochten.......................... 295
Wahrheit des Ernährtseins: der menschliche Leib als Bio-Indikator..... 297
Herkunft der Viersäftelehre .......................... 299
Wissenschaftliche Ernährungslehre und Naturheilkost.............. 304
Die individuelle Natur der Menschen..................... 308
Die Dogmatisierung der Säftetheorie bei Hippokrates' Nachfolgern .... 311
Das Individuum als Subjekt der diätetischen Lebenspraxis ........... 314
Ethik der gesunden Lebensweise und ihre gesellschaftlichen
Voraussetzungen.................................. 318
Umweltliche Einflüsse als konstitutive Faktoren der menschlichen Physis . 320
Extrabeilage: Kochkunst des Arztes...................... 323
Sex-res-non-naturales: Diätetik als eine Facette der gastrosophischen
Lebenskunst................................... 324
Resümee der antiken Diätetik......................... 327
3. Wahrer Hedonismus
oder Epikurs Gemüsegarten und seine Früchtchen
Anfang und Wurzel alles Guten ist die Freude des Magens........... 331
Gute Lust und großes Übel........................... 333
Wahre Üppigkeit................................ 335
Epikur am Herd?................................ 337
Der epikureische Garten............................ 338
Extrabeilage: Römische Landwirtschaftstheoretiker............. 340
Die Diffamierung der Epikureer.......................... 342
Wir Epikureer?................................. 343
,Platina' oder Zum Ursprung des modernen Epikureismus ........... 345
Frühaufklärerische Kuchenmaisterey..................... 346
Moderne Kochakademie............................ 348
Gracians ethischer Begriff des bon gusto..................... 349
Thomasius und der moralische Geschmacksbegriff der frühen Aufklärung . 351
V Rousseaus kreative Landküche .......................... 353
Der natürliche Geschmack?.......................... 354
Umwelt- und sozialverträglicher Einkaufskorb................ 357
Verbraucherschutz und das Elend der Gewächshauskultur.......... 358
Neue Gesellschaftsordnung als neue Tischordnung.............. 361
Extrabeilage: Zur politisch-gastrosophischen Bewegung der neuen Kulinarier und zum kulinaristischen Manifest........... 363
Der Geist der Kochkunst.............................. 366
Kulinarische Kreativität oder Das Kochkünstlersubjekt........... 368
Marie-Antoine Careme und die klassische Grande Cuisine......... 370
Kulinarische Sachkenntnis........................... 372
Grandsätze einer Politischen Gastrosophie.................. 373
Kurzer Rückblick................................ 375
4. Der Mensch ist, was er isst oder Zum Ursprung der gastrosophischen Feuerbachh-These
Grundsätze einer Philosophie der Zukunft: a ventre principium......... 377
Zur Freiheit der menschlichen Essistenz und die wahre Universalität des Geschmackssinns.............................. 381
Gemeine Hausmannskost, alltäglicher Familientisch, öffentlicher Festschmaus............................ 382
Erst das Essen dann die Moral - des Essens................... 385
Die revolutionären Kräfte der Leguminosen................. 388
Menschwerdung der Natur............................. 390
Meta-Physik des porösen Ichs, Vorgang des Objekts............. 393
Gastrosophische Religionskritik und Ursprung der Götter Speise ........ 394
Das Geheimnis des Speiseopfers........................ 397
Extrabeilage: Technokratische Götzendämmerung .............. 400
Humane Religiosität des Abendmahls..................... 402,
5. Delikater Geschmack oder Nietzsches Lehre von der moralischen Wirkung der Nahrungsmittel
Die moralische Wirkung der Nahrungsmittel................... 405
Nietzsches Eingeweide............................. 408
Alltägliche Vernunft.............................. 410
Die ganz persönliche Küche.......................... 412
Zarathustras Abendmahl............................ 415
Selbstkochen als königliche Lebenskunst und der Philosoph als Homo sapiens.............................. 418
Gastrosophischer Vegetarismus.......................... 420
Extrabeilage: Die Anfänge des modernen Vegetarismus........... 421
Nietzsches Pro und Contra zum Vegetarismus ................ 423
Naumburger Zuckerbrötchen, Braunschweiger Würstchen und reichlich Lachsschinken.......................... 429
Nietzscheanischer Wahnsinn.......................... 432
6. Zusätze: Ingredienzen einer Kritischen Theorie des guten Essens
Kritik des globalen Unrechts der Ungleichheit von Übersättigung und Hungerleiden..................................435
Kritik der Umweltzerstörung durch die global vorherrschenden Ernährungsverhältnisse.............................437
Kritik der Esskulturindustrie als Betrug an den Massen und freiwilliger Entmündigung .................................438
Beschädigtes Leben als Sozialpathologie eines fehlernährten Lebens .... 441
Kritik des praxisphilosophischen Defizits der Kritischen Theorie......443
Unbegründete Enthaltsamkeit der Gegenwartsphilosophie gegenüber dem guten Essen..........................445
Primat der Ethik vor der Politik (und Ökonomie)...............447
Literatur........................................450
Namenverzeichnis ..................................466
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