Johann Daniel Runge
An Johann Heinrich Besser
An Johann Heinrich Besser
Es ist nach so vielen Jahren immer vermehrten Unglücks heute der erste Tag, der so lange sehnlich erwartete, wo ein günstigeres Gestirn mir klar mein noch übriges Geschick, mein bestimmtes Fortkommen anzuweisen scheint. Ich werde, wie ich hoffe, auf sehr annehmliche Weise mit v. Hostrup hierüber eine Vereinbarung treffen, die mir in allen meinen Lebensverhältnissen den Weg bezeichnen wird, den ich zu gehen habe. Ich möchte mich gern einiger Theilnahme daran erfreuen, von Freunden solcher Art, als wir einander gewesen sind. Es scheint aber, daß mir dann grade immer der Muth verleidet werden soll, mir diese Theilnahme zu holen -und als wenn ich, Gott verzeihe es mir! nur immer daran erinnert werden soll, daß ich unter die Sunderund Zöllner gerechnet werde.
Ich sage nicht, daß es Deine oder eure Schuld sey, daß wenn Ihr mir auch leider! kein Vertrauen und keine Freundschaft mehr beweisen möget, ich euer Daseyn blos an euren Gewissensanregungen in Beziehung auf mich noch merken muß.
Ich habe Dir aber nur hauptsächlich sagen wollen, daß ich der guten Pauline für alle unvollendeten und nicht abgeschickten Briefe aus meinem jammervollen unentschiedenen Zustande heute wirklich einen abschicke, und daß ich Dich bitte, dieses unserm Perthes mit meinem herzlichen Gruß heut doch zu melden.
Ich grüße Dich auch herzlich
Runge.
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