Johann Daniel Runge
An Clemens Brentano
An Clemens Brentano
Ich wende mich grade an Sie selbst in einem Anliegen, darin Herr GR. Pistor wohl schon so gütig gewesen ist, mein Fürsprecher bey Ihnen zu seyn. Das kleine Denkmal, welches Sie meinem seel. geliebten Bruder errichteten, ist in meinem Herzen ich wünschte ihm eines durch seine eignen Worte und Werke zu errichten, und sammle zu diesem Zwecke Briefe und Aufsätze schon seit längerer Zeit; es liegt dabey ein Auftrag seines sterbenden Mundes zum Grunde; nur seinem Bruder allein wollte er seinen Namen und sein Andenken verdanken Sie besitzen einige anziehende Briefe von ihm; wollen Sie mir die zur Abschrift und öffentlichen Mittheilung anvertrauen? Besonders erinnere ich mich des frü-hesten, als sehr in meine Absicht eingreifend. Sie würden überdem vielleicht so gütig seyn, mir von Herrn v. Arnim einen oder mehrere Briefe, die mein Br. ihm geschrieben, zu verschaffen? Wie aber überzeuge ich Sie, daß ich nicht der Mann bin, der, nach der Welt Weise, einen unzarten Gebrauch von solchen Mittheilungen zu machen im Stande sey? Da werde ich mich auf Leute berufen müssen, die uns beyde kennen. Dies sey zuvörderst Herr Perthes hier, ein Mann, dessen Biederkeit, auch unter Buchhändlern, als Muster angenommen zu werden pflegt. Sonst wüßte ich nur Dlle Reichard anzuführen, die ich öfters sehe, und die mir aufträgt, Sie von ihr zu grüßen. Joh.Daniel Runge
Alle Rechte vorbehalten.
URL dieser Ressource: http://ask23.de/resource/por/por_08_bur_1812_05_03_ber
Das ist die Originalversion der Ressource: Verfügbar gemacht von christiane am 2010-12-13, Hashwert da39a3ee5e6b4b0d3255bfef95601890afd80709
