Friedrich August von Klinkowström
An Johann Daniel Runge
An Johann Daniel Runge
Man soll zwar seine Mittel zu Rath ziehen; indes
sen möchte ich, einmal so weit auf der Reise, das Ziel Italien erreichen, und hernach in kleiner verborgener Situation leben.
Daß man jetzt am wenigsten auf einen so bedeutenden Verdienst im Auslande rechnen kann, um dieses damit auszuführen, lehrt die Erfahrung an Ort und Stelle. Es kann zwar einem oder dem andern mehr darin glücken, aber auch das hat seinen Haken und ist so leicht nicht zu sagen. Man kann es mit der Welt und der Kunst nicht zugleich halten, wenn die erstere so bestimmt das Nichts will, wie hier. Wir hegen gewiß, wenn auch nur in kleinem Daseyn, einen Keim, von dessen Pflege wir uns in der Frist, die uns vergönnt ist, durch nichts noch so Imponirendes abwendig machen lassen dürfen, und ehe man die Ueberzeugung von einem Heiligwahren aufgiebt, laßt man lieber eine äußerlich bequemere Existenz fahren. Daß solche Erkenntnisse in uns nur durch Erscheinung des Contrastes anderwärts deutlicher werden, ist gewiß, und Nutzen des Reifens. Die glückliche Mittelstraße zwischen dem Gewinnen und dem Kunsttriebe suche ich herzlich, aber an dem Glück, welches das Aufsuchen dieser Bahn bedarf, fehlt es mir leider.
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