Pauline Bassenge
Pauline an Otto
An Philipp Otto Runge
Mein guter Runge! Ich fühle es recht lebhaft, daß ich Sie täglich mehr und mehr liebe, und folglich immer noch mehr lieben werde, man fragte mich neulich, ob Sie Eifersüchtig wären, ich sagte aber gleich, daß sie das nie seyn würden. Habe ich recht geandwortet mein Runge? etc.
Oh, mein geliebter Runge, Oh Runge, Runge wie lieb ich Sie, daß ich Sie liebe, wissen Sie schon längst, nur wissen Sie noch nicht wie groß diese liebe ist ja mein Runge gewis, wir werden einst in einer bessern Welt nur eins ausmachen, ganz nur ein Wesen seyn. Oh! mein Runge, wie klein wäre der bund, den wir schließen wollen, wäre er bloß für diese Welt, nein wir schließen ihn auch für die Zukunft, wir werden uns einst in einen andern Zusammenhang der Dinge wieder finden, den(n) alles andere vergehet und nur die Liebe bleibt, den(n) nicht ohne Grund sagt die Schrift, wär in der liebe beibt u.s.w. Oh, mein geliebter, lassen Sie auch unsere liebe so unveränderlich so ewig fort dauern.
(Auf der Rückseite schreibt Pauline)
Dieses ist abermahls nur ein Bruchstück von einen Briefe. ich werde Ihnen aber wenig solche Schreiben, den(n) sie würden am Ende eines wie das andere seyn . Gute Nacht, Schlafen Sie wohl mein guter lieber
Runge.
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