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Philipp Otto Runge

An Carl Friedrich Bassenge


An Carl Friedrich Bassenge Hamburg den 12 Apr. 1808

An Carl Friedrich Bassenge


Liebster Vater
Wir haben hier lange keine Nachricht von Ihnen und deswegen schreibe ich, damit es Ihnen nicht auch daran gebricht, wir sind alle wohl, nur die Arme Caroline ist noch immer sehr übel daran. unsre Kinder sind recht wohl und die kleine Marie ist ein ganz scharmantes Kind, sie ist so glatt und rund, daß es eine lust und freude ist und so prall, daß wenigstens flintenkugeln abprallen –

Ich habe so bey mir für Siegmund die Einnahme von den 4 radirten blättern #350 bestimmt und die Kosten ans bein gebunden – nun fangen aber sie sachen an guten Absatz zu erhalten, so daß er noch reich werden kann, wenn es so fort geht, schaden könte es nicht –

Bruder David ist dabey ein ander gut zu pachten, Carl ist auf der Reise krank geworden und liegt in Brandenburg – seine Kinder haben auch den Keichhusten, auch ist David sein 2ter junge krank etc, es wird sich wills Gott aber woll geben wenn das bessere Wetter nur kömmt, ich wünsche herzlich, daß Sie so wenig wie möglich davon gelitten haben –

Klinkowström, der sich in Pommern noch befindet und sich öfter nach Ihnen erkundigt, frägt mich, ob ich woll durch Sie an den Mahler Friedrich (aus Pommern) #351, wohnhaft vom Pirnaischen Thore Nr. 27 – 4 Rh. Sächsische Crt. könte auszahlen lassen – und ich bitte Sie darum nebst einlage und mir solche in Rechnung zu bringen.

Bessers ihr Hochzeitstag ist heute, und ich wolte mit Mr:(ieken) noch hingehn. Paul(ine) bleibt zu hause, da das Kinder Mädchen etwas krank ist. Ich grüße u. küsse Sie von herzen alle mit einander.

Ihr Otto

350 Im Sommer 1807 hatte Runge die „Tageszeiten" bei Friedrich Perthes herausgegeben, sie kosteten 6 Rthlr.

351 Caspar David Friedrich.


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