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Philipp Otto Runge

An Daniel


2,321 # 30. September 1806

An Daniel


--Daß du nicht kommst, thut uns allen hier von Herzen
weh. Mutter und Vater meynen auch, wir könnten, den Winter wohl hier bleiben, welches doch nicht angeht.
Mutter besonders wird es schwer werden, uns los zu lassen; es hilft aber doch nicht, denn ich bin hier zu
beschränkt, und was mir auf der einen Seite zugutekommt, so wie den Unsrigen hier von meinem Aufenthalt,
daß nämlich, da wir unser mehr sind, man sich eher zurechtfindet, die müßigen Stunden freundlich zu
machen, verschlägt nichts, denn es ist doch für mich höchst unwürdig, in dieses Genießen hineinzugerathen,
und um mich zweckmäßig zu beschäftigen, bin ich zu sehr isolirt. Daß du es gewiß nicht anders machen
kannst, wie du es machst, davon bin ich überzeugt, und schweige darum von dem übrigen. Hr. Baier von
Bobbin ist hier bey mir zum Besuch. Es ist der Führer von Kosegarten's Sohn, ein sehr solider Mann. Ich
theile dir einen Brief von ihm mit. Wenn mir das Bild von Vater und Mutter nicht so gelungen ist, wie ich es
wünschte, so hoffe ich doch, daß ich diesen Sommer viel gelernt habe und euch bey meiner nächsten Arbeit
mehr befriedigen werde. Es würde mir eine große Freude seyn, Klinkowström hier noch zusprechen. Hier
hat man aus dem Preußischen schon viel Wind von Siegen über die Franzosen. Gott behüte uns wenn die
Preußen siegen, was ich dennoch von Herzen wünsche ! Was wird es Geschichten absetzen ! Es muß
doch wohl bald zu etwas kommen. Ich freue mich, von Johannes MülIer's Anwesenheit in Hamburg etwas
von euch zu hören. Grüße Perthes. Ich habe wenig geschrieben in diesem Somraer; hoffe aber, es hat nichts
gethan. Wenn's nöthig gewesen, so wäre es wohl geschehen.


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