Philipp Otto Runge
An R.
An R.
Was Sie uns vom Könige sagen, hat uns sehr angezogen. Möchte sich sein Charakter zur Freude der Welt entfalten, weniger hartnäckig als gerecht und beständig; weniger zurückhaltend als weise!
Man fragt sich hier, ob der König irgend einen Grund hat, Pommern als ein erobertes Land anzusehen und zu behandeln? ob es würklich nur gegebne Privilegien, oder nicht vielmehr unwiderrufliche Grundgesetze sind, die er darin aufhebt, solche Vorzüge des Landes nämlich als z. B. nur im Lande und von Deutschen Gerichten gerichtet werden zu können u. dgl. m.? ob nicht vielmehr Schweden nur das Privilegium bekommen hat< dieses Land zu regieren? ob der Vorwurf von der langsa» men Bevölkerung würklich etwas bedeuten kann? ob man sich nicht vielmehr das Land zu groß denkt, und Wunder geglaubt hat, was für eine beträchtliche Landwehr darin aufstellen zu können? ob der Trost mit Schwedischen Grundgesetzen (erst kürzlich und revolutionair in Schweden selbst entstanden so wie Frankreich immer die jüngste eben gebackene Constitution als die bewährteste anpreiset) so groß sey? Aber die Fragen sind alle unnütz; unnütz, sich in unerhörten Zeiten auf Altes berufen zu wollen, dessen Geist längst entwichen ist. Seyd also glücklich als Schweden; und möchte nur nicht, wie es so oft geschehen, der Feind kommen und die Probleme kurz lösen! Eine Frage von Bedeutung ist wohl die: Ob nun nach den Schwedischen Gesetzen auch die Leibeigenschaft aufgehoben ist, auch auf den Königlichen Domainen?
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