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Philipp Otto Runge

An Pauline


An Pauline Berlin d. 22 März 1804

An Pauline


Meine liebste Pauline
Ich schreibe dir noch einmahl. ich hoffe doch, daß dieser Brief dich vorher antreffen wird als ich, wenn das nicht ist, so ists nicht meine Schuld, wenn ich dich überrasche. Morgen früh geht er ab, und ich solte doch denken, daß er am Sonabend Abend bey euch wäre. auch hoffe ich, du hast meinen Br. aus Wollgast. – ich bin mit Mrieken und Gustav hier, und bey diesen Wetter wars auch nicht möglich, Stienchen lebendig herzubringen. wenn du diesen Brief erhälst, so bin ich um 24 Stunden auch gewiß bey dir. Wir fahren Morgen bis Lukau u. übermorgen bis Großenhain, dann sind wir Sontagmittag bey euch, Liebes Lienchen, ich freue mich ganz unbändig, wenn ihr uns nur noch bis aufm Auerhause entgegen kommen wollt, so freue ich mich noch mehr. ich werde es doch wenigstens vermuten. Grüße alle unsre liebn. Sage an unsern liben Vater, das Buch für Mesmer und die Medizin würde ich beydes mitbringen. Mr. u. G. grüßen und ich bin bis weiteres mündlich

Euer und Dein

Otto

Ich bitt unsern guten Vater, wenn er nicht schon daran gedacht hat, die Mühe über sich zu nehmen, uns ein Quartir für unsern Wagen zu besorgen, wo er gut und trocken stehen kann – Mündlich bedanke ich mich und werde die Auslagen erstatten.

Ich küsse dich Tausendmahl

Dein Otto.


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