ask23 > Runge: An Pauline
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Philipp Otto Runge

An Pauline


An Pauline Hamburg d. 29 Nov 1803.

An Pauline


+Heute Morgen mein liebes Kind bin ich hier angekommen, nach zwey sehr mühseligen Tagen. ich bin noch sehr Confuhs und kann mich in diesen Trubel, wo die Leute alle keine Zeit haben, und wo sie Zeit haben, nicht genug, und alles eng ist noch nicht besinnen. es wird so geschwinde nicht gehen mich ein zu richten, daß ich arbeiten kann und muß mich nun mit schweeren Herzen so herum treiben+. Deinen lieben Brief, mein liebstes Kind, hab ich gleich gekrigt und mich außer die Maße gefreut über unser Lottwischen, dich habe ich aber immer lieber und lieber und kann es immer wol aus sagen, wie du alle meine süßeste Hofnung erfüllest und erfüllet hast. liebe Pauline ich kann dich nimmer genug danken für alles, was du mir bist und wie du mich liebst, ich freue mich hier nun immer mehr auf dich, wenn ich hier alles so geschäftig sehe, wenn du hier bey mir seyn wirst, ich bin bey Perthes, Speckter, Besser und hier gewesen. es ist Posttag liebes Kind, ich habe noch geschrieben und bin hier im Comtor wo ich es nicht mit Andacht an dich thun kann, ich küsse dich tausendmahl. du liebe Seele. morgen schreib ich dir wol wieder, heute geht erst mein Brief aus Braunschweig ab, über Nacht bin ich in Harburg in König v. Schweden gewesen, ich schreibe dich ausführlicher nächstens über meine Ankunft. alle lassen dich grüßen

Ewigkeit deine Pauline

nu sieh mahl #140 wolte ich schreiben.

140 | Ein Wort beim Öffnen des Briefes ausgeschnitten.


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