Philipp Otto Runge
An Pauline
An Pauline
d. 17. Nov. Ich schreibe dir nur noch einige Worte, du gutes Kind, dann erhälst du etwas von mir aus Quedlinburg Gestern Abend wurden die Brüder #139 gegeben, ich habe da aber auch ganz was neues gesehen, nemlich in Masqen wurde gespielt, welches sich sehr gut ausnahm; hernach in den beyden Billets wurde der Schnaps außerordentlich gut gepielt.
Ich habe Vater um Blumen gebeten für die Regirungsrätin Voght, suche du nur recht hübsche aus, liebes Paulinchen, heut mittag bin ich bey Göthe zu Tisch,+ wenn nur der Kerl, der Falk, nicht auch da wäre, ich wills doch nicht hoffen, sonst muß ich u. Tieck uns ordentlich darauflegen den Kerl das Maul zu stopfen,
Paulinchen ich mögte dir immer fort schreiben wie lieb ich dich habe, wenn ich nur nicht dächte, du kriegtests satt. ich küsse dich viel Tausend mahl und drücke dich an mein Herz Grüße Louischen und Lottwise und küsse sie auch, du kanst nur sagen, wenn sie nicht sich bequemen wollen: Sie geben mir ein Mäulchen, so geht Mama Melizet auch. du kanst auch die Mutter noch heftig grüßen, ich wils den Vater aber auch schreiben, Georgis u. Loewens nicht zu vergessen, an die Alberti sage, daß ich nächstens ..., auch Klinkowström, wenn du den sehen und mit ihm tanzen soltest, ich bin den Sontag wenn der Ball ist woll in Braunschweig, wenn ich aber morgen fortfahre, so werde ich die schöne Gegend bey Naumburg auch bey Tage zu sehen kriegen, ich befinde mich sonst recht gut, geht mir auch nichts ab, als das beste es sind nun 8 tage, daß ich von dir bin, also eine von den 20 Wochen, (muß seyn).
Adieu, du Engel, es kömmt mir fatal vor aufzuhören und muß doch so ein Brief ein Ende haben sonst ist er gar keiner.
Grüße Nauwerks ich bin dein getreuer
Bräutigam
P O Runge
139 | Die Brüder von Terenz.
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