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Philipp Otto Runge

An Carl Friedrich Bassenge


d. 6 Juny 1802.

An Carl Friedrich Bassenge


Lieber Herr Bassenge
Ich hätte Sie gerne heute gesprochen, da Sie aber heute auf Ihren Garten sind, und ich es auf keine Art jetzt für schicklich halte, zu Ihnen zu gehen, ehe ich Sie selbst gesprochen habe, so bitte ich mir Ihre Freundschaft so lange zu erhalten, bis ich von meinen Eltern zurück komme #85, und wir uns mündlich sprechen. Es sollte mir leid thun, wenn ein Misverständniß uns gänzlich trennen sollte #86 und deswegen mögte ich Ihnen nichts über eine sache schreiben, wo die Misverständnisse so leicht sind, und was mündlich am besten ist. Ich werde mich gerne an Ihrer Seite stellen und keinen Schritt Thun, der nicht mit Ihren Willen ist, doch bitte ich Sie, sich auch bisweilen in meiner Stelle zu setzen und zu denken, das alles drückende als dan(n) auf mich fällt, welches ich gerne tragen will, wenn ich dadurch Sie und Ihre Frau und Ihrer Tochter der Anruhe überheben kann, die eine spätere Erklährung vieleicht veranlaßt hätte, ob ich mich weiter werde in Dresden aufhalten können wird sich entscheiden, wenn ich zurück komme, Ich lege mein Glück in Ihre Hände und bitte nur die Anruhe, die ich Ihnen bisher gemacht habe, mir zu verzeihen. Kein Fleiß und keine Mühe wird mir zu groß sein, um ein Glück zu erlangen, woran meine ganze Seele hängt.
Von Ihrer Lieben Frau und Ihrer Familie noch Abschied zu nehmen, würde Sie und Ans in Verlegenheit setzen, und Es wird nicht nötig seyn, uns deswegen zu entschuldigen. Ich bitte Sie mich Ihrer lieben Frau zu empfehlen, und um Ihre Freundschaft für mich.
Ihr aufrichtiger

Philip Otto Runge.

d. 6 Juny 1802.

85 Otto fuhr zur Hochzeit Jacobs nach Wolgast.

86 Vater Bassenge hatte den Antrag um die Hand Paulines abgelehnt. (vergl. S. 73, Anm. 88).


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