Philipp Otto Runge
An Besser J. H.
An Besser J. H.
-Lieber! was haben wir für einen gewaltig schönen Frühling, und einem armen Menschen wie mir, der so zwischen den kalten Mauern herumspatzieren muß, wäre es gar nicht zu verdenken, wenn er den eigennützigen Wunsch hätte, die ganze schöne Natur zu umfassen und mit zu Hause zu nehmen; es ist doch die lebendige Natur allein, die so gewaltsam auf einen würkt, daß man vor Freudigkeit niedersinken möchte; und dir möchte ich um den Hals fallen, daß du mich so lieb hast. Aber ich kann es doch nicht wie du gradezu wünschen, mit dir an einem Orte zu leben, es wäre eine Untreue gegen meinen Carl, der mir doch zu nahe an's Herz gewachsen ist. Ich will hier nicht wählen, das will ich Gott überlassen und unterdeß frischweg arbeiten, und daran fehlt es diesen Augenblick und fürdie ersten zehn Jahre u.s.w. auch gewiß noch gar nicht. --
Den 21. - Du sagst von dem schönen Wetter und dem Frühling; ich habe diesen am Morgen der Hochzeit von Anna Claudius und Jacobi auch noch gesehen und sehe ihn vielleicht noch öfter. Der ganze Weg durch Hamm und Horn war wie Eine Blume, die Eichen waren eben ausgeschlagen, und dick wie Wolle wühlte das hohe Gras sich durcheinander.
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